♫ Bayreuther Festspiele 2017: Tristan und Isolde – (unfreiwillig) komisch

Tristan und Isolde 2017: Neben aller Tragik dieser Liebesgeschichte gibt es Momente (unfreiwilliger) Komik, die das Drama abmildern.

Tristan und Isolde fassen sich an den Händen wie Kinder zum Ringelreihen, halten an einer Seite in den Händen den Gift(becher)flachmann, gießen ihn gemeinsam mit Schwung in die ausgehöhlten Hände der anderen Seite und …
Sie umarmen sich, ohne vorher von dem köstlichen Liebestrank gekostet zu haben. Dieses Liebesgift ist derart intensiv, dass es durch die Kleider hindurchgeht und von der Haut aufgenommen wird. Es wirkt sogar so stark, dass Tristan Kurwenal aus dem Geschehen hinauskatapultiert. Dabei wollte er nur seinen Herrn vor dem Zusammensein mit Isolde retten.
Das schafft auch Brangäne nicht, die sich todesmutig zwischen Tristan und Isolde drängt. Mit ausgestreckten Armen hält sie die Liebestollen auseinander, die ebenfalls ihre Arme ausstrecken, mit denen sie das Hindernis Brangäne überspringen wollen. Mit sechs hellen Händen auf einer waagerechten dunklen Armlinie ergibt sich ein Dreikampf, der mehr an einen Schreittanz wie Sirtaki oder einen schwingenden Ländler erinnert.

Im „Garten“ stehen Tristan und Isolde in einem aufrechten Käfig, mit dessen Stäben sie sich gegenseitig piksen und hinterher Bluts(brüder)(liebhaber)(eheverhinder)schaft zelebrieren.

Winnetou III (?)

Varianten, die  bei aller Tragik unfreiwillige Komik aufkommen lassen.



Umbesetzungen machen einen Hauptteil dieser Bayreuther Festspiele 2016 aus.

Claudia Mahnke als Brangäne ersetzt die erkrankte Christa Mayer in der überarbeiteten Inszenierung „Tristan und Isolde“ von Katherina Wagner.
Mit einem Extra-Applaus wird Claudia Mahnke vom Publikum bedacht. Ebenfalls groß gefeiert werden die übrigen Sänger Stephen Gould als Tristan, Georg Zeppenfeld als Marke, Petra Lang als Isolde, Iain Paterson als Kurwenal, Raimund Nolte als Melot, und Christian Thielemann für sein Dirigat. Kräftig ausgebuht wird das Regieteam.

Geschichte von Tristan und Isolde neu interpretiert.

Wie auch in ihren vorigen Inszenierungen hat Katharina Wagner viel geändert.
Das ist im Grunde genommen eine gute Sache, denn das zeigt die Kreativität dieser Regisseurin. Ihre Interpretation der Geschichte stimmt immer noch mit ihrem Konzept von 2015 überein, siehe Oper als Dreiecksgeschichte um Tristan – Isolde – Marke
Im vorigen Jahr wurde ihr vorgeworfen, dass sie auf die Regiesprache von Wieland Wagner zurückgreift. Leider tritt sie in diesem Jahr noch einen Schritt weiter rückwärts. Es sieht fast so aus, als ob sie in eine Zeit zurückschwenkt, die unter „Verkehrspolizisten-Sänger-Zeit“ bekannt ist. Die Sänger schmettern ihre Arie, greifen sich an die Brust und heben dabei einen Arm, genauso wie Polizisten in der Vor-Ampelzeit den Verkehr regelten. In dieser Tristan-Aufführung zeigen die Sänger eine derartige Gestik, die teilweise weder zum Text noch zur Musik passt. Sie bewegen sich deutlich weniger, siehe Treppen verbinden und reißen ab
Miteinander Kommunizieren war gestern. Dafür stehen sie mehr an der Rampe, um von dort aus direkt ins Publikum zu singen – aber so schnell mag sich das inzwischen vom Regietheater verwöhnte Bayreuther Festspielpublikum nicht umstellen.

Überarbeitung ohne Ecken und Kanten – wie abgelutscht

Im zweiten Akt verhalten sich Kurwenal und Brangäne ruhig. Ihre Ausbruchsversuche geben sie nach kurzem Bemühen auf. Tristan und Isolde treffen sich zwar immer noch in ihrer Laube, aber alles mit Blick zum Publikum, siehe Verlies mit Suchscheinwerfern
Im dritten Aufzug (meinem Lieblingsakt im vorigen Jahr) fehlt die Kontur, siehe Makabrer Liebestod
Die blauen Isolden in den blauen Dreiecken, die Tristan im Fieberwahn sieht, tauchen auf und gehen wieder, ohne einen Eindruck zu hinterlassen. Im letzten Jahr standen sie plötzlich wie angeknipst irgendwo auf der Bühne. Die diesjährige Überarbeitung wirkt nicht greifbar, ohne Ecken und Kanten – wie abgelutscht. Sogar König Marke hat seine Bösartigkeit verloren. Unwirsch zieht er Isolde mit sich – ohne seinen Besitzanspruch zu betonen.
Im Gegensatz zu 2015 bleiben kaum Bilder hängen. Da aber Katharina Wagner zu den Kreativen gehört, wird sie wahrscheinlich auch im Jahr 2017 wieder etwas ändern.

Ich bin gespannt!



Mit der Tristan-Aufführung endet die Premierenwoche.

Im Festspielhaus sitzt, zusammen mit ihrem Ehemann, Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im vorigen Jahr sahen beide ebenfalls diese Inszenierung der Oper Tristan und Isolde. Ob sie mit gebuht haben oder ob es ihnen gefallen hat, ist nicht bekannt.

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Bayreuther Festspiele 2016: Tristan und Isolde mit Musik von Richard Wagner

Musikalische Leitung – Christian Thielemann, Regie – Katharina Wagner,
Bühne – Frank Philipp Schlößmann – Matthias Lippert, Kostüm – Thomas Kaiser, Dramaturgie – Daniel Weber, Licht – Reinhard Traub, Chorleitung – Eberhard Friedrich
Besetzung 2016
Tristan -Stephen Gould, Marke – Georg Zeppenfeld, Isolde – Petra Lang, Kurwenal – Iain Paterson, Melot – Raimund Nolte, Brangäne – Claudia Mahnke, Ein Hirt – Tansel Akzeybek, Ein Steuermann – Kay Stiefermann, Junger Seemann – Tansel Akzeybek

 

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Tristan und Isolde: