☛ Kubus.Sparda-Kunstpreis im Kunstmuseum Stuttgart – Myriam Holme

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Meldung vom 3.5.2017: MYRIAM HOLME ERHÄLT »KUBUS. SPARDA-KUNSTPREIS«

Die Begründung der Jury lautet: »In Bezug auf eine aktuelle Diskussion um das Medium Malerei, die ihr traditionelles Werkzeug – Farbe, Form, Komposition – kontinuierlich erweitert, nehmen die Werke von Myriam Holme eine eigenständige und innovative Position ein. Von Anbeginn ihres künstlerischen Schaffens agierte die Künstlerin als Grenzgängerin zwischen den Gattungen Bildhauerei und Malerei und überführte die Zweidimensionalität des Bildes in den Raum. Holmes Malereibegriff basiert auf dem Experimentellen und dem Prozessualen. Beides wird durch die Kombination von Materialien sichtbar, die aus gegensätzlichen Bereichen stammen: Anorganisches trifft auf Organisches, wie z.B. Bambus auf Kabelbinder oder Schlagmetall auf Plastikfolie, die ursprünglich zur Abdeckung ihres Atelierbodens verwendet wurde. Deren Eigenschaften, wie matt und glänzend, undurchsichtig und transparent, robust und fragil, eröffnen einen Dialog über die malerischen Möglichkeiten von Materialien. Die Werkherstellung folgt dabei einer gekonnten Dramaturgie zwischen den Polen ›Zufall‹ und ›Kontrolle‹.
Kennzeichnend für ihre Arbeiten ist zudem, dass weitere Wahrnehmungsebenen über das Visuelle hinaus angesprochen werden, wie die sprachliche Ebene mit lautmalerischen und assoziativen Bildtiteln oder eine geruchliche Ebene durch die Verwendung von Seife als Malmittel. Holme definiert die Gattung Malerei damit als ganzheitliches Medium, das den Betrachter in – und das im Wortsinne – begehbaren Bildern mit einbezieht.«

 

Kunstausstellung im Kubus:  Mit einem goldenen Wandbehang, gehalten von Bambusstäben, Kraterlandschaften aus Seife, Brocken aus türkisem Glas, zerknüllten Aluminiumplatten gestaltet Myriam Holme ihre Räume im zweiten Stock des Kunstmuseums Stuttgart.

Plastikplane zu Goldvorhang.

Myriam Holme: „glasgewebtes dazwischen“ im Kunstmuseum Stuttgart

Wie die Goldmarie kann Myriam Holme Stroh zu Gold machen. Plastikfolien gelten nicht als besonders hochwertig und sind dem Stroh vergangener Tage vergleichbar. Für ein paar Cent sind sie überall zu bekommen und sofort einsetzbar, wie zum Beispiel zum Schutz des Fußbodens im Atelier. So eine Plastikplane bekleckert sich im Laufe ihres Daseins voll mit Farben. Das mag interessant aussehen. Myriam Holme setzt noch eins drauf. Sie beschlägt die Plane mit feinem Kupfer oder Messing. Fertig ist der Goldvorhang, den Gustav Klimt sich nicht besser wünschen könnte. So wertvoll – über eine ganze Wand drapiert, gehalten von Säulen aus Bambusstäben – so vornehm wie kostbar wie illusorisch.

 

Saubere Maltechnik – Ergebnis mit Waschfrauenhänden.

Myriam Holme entfernt sich von der Malerei mit Farben und Pinsel; sie nutzt statt dessen ihre Finger und Seife. Ja, richtig gelesen – Seife! Die flüssige Seife trägt sie in mehreren Schichten auf einen festen Untergrund auf. Beim Trocknen ziehen sich diese ungleich feuchten Überzüge mehr oder weniger stark zusammen, reißen an unterschiedlichen Stellen und bilden Krusten an den Kratern. Hier setzt die Fingermalerei ein. Die Konturen rückt Myriam Holme mit Pigmenten als Fingerfarbe an die richtige Stelle. Wer genau hinschaut, sieht noch die Spur ihres Daumens.
Mein Tipp: Legen Sie die Hände beim Betrachten auf den Rücken. So entgehen Sie der Gefahr, die Strukturen mit den Fingern zu ertasten. Diese Objekte sind eine Verführung für „feinfühlige“ Menschen.

 

Wer bisher seine grünen Weinflaschen brav zum Container getragen hat, kann hier das Kunstergebnis betrachten.

Myriam Holme: „ein bogen hinaus ins vielleicht“ im Kunstmuseum Stuttgart

 

Neben verhältnismäßig kleinen Objekten liebt Myriam Holme riesige Formate. Felsbrocken aus türkisem Glas setzt sie nebeneinander, als wären sie gerade hereingekegelt. Im Hintergrund Aluminiumplatten, die aussehen wie zerknülltes Papier – leicht und locker, wie in Gullivers Reich.

Myriam Holme: „ein bogen hinaus ins vielleicht“ im Kunstmuseum Stuttgart

 

Ach ja, die Gelegenheit für diese Ausstellung kam zustande durch das Sponsoring der Sparda-Bank. Für die Großzügigkeit, die so eine Ausstellung ermöglicht, mache ich hier an dieser Stelle gerne Werbung für die Stuttgarter Sparda-Bank.


 

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