♫ Idomeneo in der Staatsoper Stuttgart: Freudig auf die Opferbank

Idomeneo mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

Farben der Aussichtslosigkeit

Grau in Schwarz in Grau sind die Farben von Bühnenbild (Susanne Gschwender) und Kostümen (Werner Pick). Diese Farben stehen für Ausweglosigkeit und Trauer. Lediglich die Königstochter Ellettra (Simone Schneider) erscheint bei jedem Auftritt in einem neuen farbigen Kleid. Diese rotgrundigen Kleider wirken frühlingshaft und beschwingt. Begleitet wird sie – im Partnerlook – von ihrer Tochter.

Ellettras einzige Sorge besteht darin, Idamantes Liebe zurück zu erobern. Sie liebt ihn so sehr, dass sie nach eigenen Angaben auch keine Probleme damit hat, ihn – von einer andern Liebhaberin abgelegt – aufzunehmen.

Liebe und Leid

Idemante hat sich eindeutig für Ilia, die gefangene trojanische Prinzessin, entschieden. Ilia (Yuko Kakuta) ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Idamante als Person und dem Hass auf die Kreter als Eroberer, die sie gefangen halten. Hervorragend ist wieder einmal der Staatsopernchor als hoffnungslos dahinvegetierende Gefangene ohne Perspektive.

Mein Star des Abends ist Tina Hörhold in der Hosenrolle als Idamante, sowohl von der Stimme her als auch von Mimik und Gestik. Sie/er verkörpert eindringlich einen verzweifelten Menschen:
Er liebt Ilia und wird von ihr zurückgewiesen. Er ist zärtlich zu seiner Tochter, mag aber deren Mutter Elettra nicht mehr. Mit ihr zusammen muss er noch Repräsentationspflichten erledigen wie zum Beispiel die Orden an die Kriegsteilnehmer austeilen.
Idamante verehrt seinen Vater und ist sich keiner Schuld bewusst für dessen Zurückweisung. Als er den Grund erfährt, kann er seinen Kopf nicht schnell und freudig genug auf die Schlachtbank legen, denn sein Vater wies ihn zurück, um ihn vor dem Tod zu retten. Er ist überwältigt von so viel Vaterliebe.

Ende mit Schrecken

Bleibt noch Idomeneo (Matthias Klink), der mit diesem Trauma nicht fertig wird. Sein Leben ist zwar gerettet, aber zu welchem Preis? Er löst das Problem auf eine Weise, die nicht im Libretto steht, aber sich schon in den Farben ankündigt.

Idomeneo in der Staatsoper Stuttgart

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Dichtung von Giambattista Varesco

Musikalische Leitung: Timo Handschuh
Regie: Waltraud Lehner
Bühne: Susanne Gschwender
Kostüme: Werner Pick
Chor: Michael Alber
Licht: Reinhard Traub
Dramaturgie: Angela Beuerle, Xavier Zuber

 

 

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Idomeneo:

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