Landtagswahl – zwei Fragen an die Vertreter von den Grünen, FDP, Linken, SPD, CDU und Piraten

Wie fördert Ihre Partei Kunst und Kultur? Was tun Sie für die Senioren?
Diese beiden Fragen stelle ich in der Kirchheimer Fußgängerzone den Vertretern der Parteien, die morgen in den Baden-Württembergischen Landtag einziehen möchten.
Die Marktstraße ist gespickt mit bunten Parteischirmen, Tischen mit Prospekten, Kugelschreibern, Bonbons und Luftballons mit Parteilogo. Atomkraft und Stuttgart21 sind die kontrovers diskutierten Spitzenthemen in diesem Wahlkampf, auf die sich alle vorbereitet haben; aber ich möchte nicht mit emotionalen oder rhetorisch geschulten Parteireden überrannt werden.
Meine beiden Themen spielen in diesem Wahlkampf nur eine untergeordnete Rolle. Wie sehr, werde ich erst gewahr, als keiner spontan darauf antworten kann. Alle schlagen noch schnell ihr Parteiprogramm auf, nach einem überraschten:  „Da haben Sie mich auf dem kalten / falschen / linken Fuß erwischt“
Alle? Alle, bis auf einen!

Andreas Schwarz von den Grünen antwortet mir freundlich, sachlich und kompetent.
Für die Senioren setzen die Grünen sich für eine Grundsicherung ein, mit der die Rentner ihr eigenes Leben selbst gestalten können.
In Kunst und Kultur möchten sie nicht nur die Landestheater und großen Galerien fördern, sondern auch die Situation der selbstständigen und freischaffenden Künstler verbessern – um nur einige Punkte zu nennen.

Der FDP ist das Eintrittsalter für Rentner egal.
Ein beachtenswerter Vorschlag: Jeder kann bestimmen, wann er/sie die Rente erhalten will. Die Höhe der Rente richtet sich nach den eingezahlten Beiträgen. Mit siebzig dürfte die monatliche Rente üppiger ausfallen als mit fünfzig. Gut könnte sich diese individuelle  Lösung für Künstler oder Freiberufler auswirken, die damit eine Grundsicherung erhalten, aber dennoch weiter in ihrem Beruf arbeiten, in dem sie nur sporadisch etwas verdienen.
Beim Thema „Kunst und Kultur“ musste der FDP-Mann erst nachschlagen – also nix damit.

Die Linken sind ganz klar gegen eine Rente mit 67.
Kunst und Kultur halten sie für wichtig, können aber spontan nichts darüber sagen. Als sich selbst mit Nachschlagen im Parteiprogramm kein Hinweis dafür ergibt, klären sie mich auf, dass das Geld dafür da sein wird, sobald die Reichensteuer eingeführt wird, und die  (hier setzt die Wahlkampfrede gegen Reiche und für die arbeitende Klasse ein)…
Darauf warte ich nicht, also: nix mit Kunst und Kultur.

Auf meine Frage: „Was tun Sie für die Senioren?“ sieht mich der Mann von der SPD an, als hätte ich etwas unanständiges gesagt und erwidert mit Bestimmtheit: „Also – bis 67 werden Sie schon noch arbeiten müssen. Anders ist die Rente nicht zu finanzieren!“
Zum Thema Kunst zählt er mir alles auf, was die SPD in Kirchheim auf die Beine gestellt hat. Auf Landesebene fällt ihm nichts aus Vergangenheit oder Zukunft ein: „Sobald wir an der Regierung sind, wird sich das ergeben.“
Von einem Blanko-Auftrag träumen andere Parteien auch.

Der Vertreter der CDU musste auch erst im Parteiprogramm nachschauen.
Immerhin hat er herausgefunden, dass seine Partei schon immer das Staatstheater gefördert hat.
Auch zu den Senioren, der wohl stärksten Wählergruppe, fällt ihm nicht viel ein. „Sie erhalten bei uns kein Rundum-Sorglos-Paket. Wir fördern Hilfe zur Selbsthilfe.“ Dreimal wiederholte er diesen Satz, aber wie die Selbsthilfe auszusehen hat, konnte er mir nicht sagen. Zuerst kam er darauf zu sprechen, dass die Förderung sich auf ein ganzes Leben beschränkt, angefangen bei den Kindergärten. Bei der nächsten Wiederholung wollte er mir etwas über die Hochschulförderung erzählen. Auf meine Bitte, beim Thema zu bleiben, wiederholte er sein Sprüchlein und ich bedankte mich artig.
Nix da mit bei der CDU mit Senioren, Kunst und Kultur.

Bei der Piratenpartei hatte der junge Mann gerade sein Abitur hinter sich gebracht.
Noch hatte er keine Zeit, sich mit derartigen Themen zu beschäftigen.

Fazit: Ich gehe morgen zur Wahl.

Wie immer mache ich auch morgen von meinem Wahlrecht Gebrauch. Ich verschwinde in der Kabine, mache mein Kreuzchen und stecke meinen Wahlzettel in die Urne.
Und wen werde ich wählen?
Das verrate ich nicht – denn wozu haben wir ein geheimes Wahlrecht?!

 

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