♂ ♀ Buchtipp: Die Geschichte der Mode – was trägt man/frau?

Für die Journalistin und Stylistin NJ Stevenson gilt Kaiserin Joséphine, die Gemahlin Napoleons, als erste Trendsetterin der Mode. Absolut neu präsentieren sich ihre Kleider mit der hochgezogenen Taille und dem durchscheinenden Musselin – natürlich wurden darunter noch jede Menge Unterröcke getragen.
Als Empirekleider, beeinflusst durch die Darstellungen der griechischen Antike, gehen sie später in die Geschichte ein. Die bürgerlich abgewandelte Form hielt sich noch bis 1820, um dann vom taillierten Biedermeierkleid abgelöst u werden. Modern wurden damit wieder die Elemente, die Frauen – und vielleicht auch Männer – vermissten.
1850 setzten die ersten Emanzen noch eins drauf. Sie trugen zwar Hut und Kleid wie die anständigen Frauen jener Tage, ließen jedoch den Saum am Knie enden – shocking! Darunter lugt eine weite Pumphose heraus, mit Spitzenvolant an den Knöcheln.
In den wilden Zwanzigern blieb die Taille unter dem Kleid verborgen; frau kleidete sich in Säcke – aber was für welche! Trotz kostbarer Stoffe und kubistischen Mustern ließen die Kleiderschnitte den immer aktiver werdenden Frauen genügend Bewegungsfreiheit zum Charleston tanzen und Tennis spielen.

Taillenhöhe, Saumhöhe, Figurbetonung

Diese Elemente an Kleidern und Hosen wiederholen sich bis zum heutigen Tage, allerdings in immer kürzeren Abständen. Auf sportlich folgt elegant, auf bequem folgt eingeschnürt, auf bescheiden folgt opulent, auf feminin folgt maskulin, auf provokant folgt angepasst, auf hauteng folgt aufgebauscht, auf schlicht folgt aufwändig…

NJ Stevenson liefert ein Buch, das seinesgleichen sucht.

Von 1790 bis 2010 beschreibt sie die Modetrends von Damenkleidung UND Herrenkleidung. Jede der 270 Seiten enthält zahlreiche großformatige Illustrationen. Mal sind es Zeichnungen, mal Fotos. NJ Stevenson zeigt die Accessoires, lenkt den Blick auf Details wie Falten und Verzierungen, beschreibt Stoffe, Muster und Farben. Schöne Schuhe gehören zu jeder Mode – bestickte Stilettos, Spangenschuhe, Plateausohlen. Untergestelle wie die Krinoline oder Petticoat formen weite Röcke. Hüte galten Jahrhunderte lang als wichtiges Requisit und auch Unterscheidungsmerkmal, man denke an die Kiepenhüte der Damen oder an Zylinder und Melone bei den Herren.

Dieses Buch ist eine Fundgrube für Profis, durch die unterhaltsame Beschreibung und reichhaltige Illustration aber auch Augenweide für alle an Mode Interessierten sowie künftige Trendsetter – als Anregung.

Die Geschichte der Mode: Stile,Trends und Stars von NJ Stevenson

 

Mode:

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