♀ Biografie-Tipp -> Friedelind Wagner: Die rebellische Enkelin Richard Wagners von Eva Rieger

Eva Rieger zeichnet in ihrer Biografie über Richard Wagners Enkelin Friedelind ein farbiges Bild voller Gegensätze. Ihr Lebenslauf kreuzt sich im Wechselspiel mit der Bayreuther Familie.

Die Welt des von Großmutter Cosima geprägten Tagesablaufs im Hause Wahnfried fordert schon früh die Rebellion des Kindes Friedelind heraus. Ein Jahr nach ihrem Bruder Wieland geboren, fällt ihr Lebensbeginn zusammen in die Aufbruchstimmung des soeben zu Ende gegangenen 1. Weltkrieges. Von der Familie liebevoll mit dem Kosenamen Maus, oder auch Mausi, bedacht, zeugt ein weiterer Spitzname von der anderen Seite ihres Charakters. „Krachlaute“ scheint fast wie eine Namensgebung in Richard Wagners Opern. Friedelind hat eine laute Stimme und weiß diese auch zu nutzen. So begann ihr Leben und setzt sich fort als Außenseiterin mit einer großen Liebe zu Sängern und Stimmen, besonders zu jüdischen Künstlern.Wer sich mit Wagner-Geschichte auskennt und andere Biografien gelesen hat, findet viele Ergänzungen dazu. Sehr gut recherchiert mit Quellenangaben im Anhang.

Das Verhältnis der Geschwister Wagner, besonders das von Wolfgang und Friedelind, war äußerst gespannt.
Kein Wunder, denn Friedelind erbt von ihrem Großvater Richard den Hang zum Geldausgeben und Schuldenmachen. Selten bezahlt sie ihre Rechnungen. Alles auf Pump! Dem Opernregisseur Felsenstein allerdings überweist sie sofort 5.000,- Mark, als er sie schriftlich mahnt. Sie weiß, was nötig ist und setzt ihre Prioritäten. Als sie zu Geld kommt, lässt die Kosmopolitin Friedelind in London ein Haus nach ihren Vorstellungen umbauen. Genau wie in Bayreuth will sie es für Meisterkurse nutzen. Ihr schwebt – wie ihrem Großvater – die Oper als Gesamtkunstwerk vor. Sänger, Dirigenten, Regisseure und weitere Vertreter von Opernberufen waren schon eingeladen, doch dann zerplatzt der Traum. Bis zu ihrem Tode zahlt Friedelind noch die Schulden ab. In Bayreuth lässt sie alles auf ihren Bruder Wolfgang anschreiben, der auch, um des Ansehens nach außen hin, bezahlt – wenn auch zähneknirschend. Wolfgang Wagner erbt die Gabe der Finanzbeschaffung von seinem Großvater Richard – er zieht Sponsoren an und hält sie bei der Stange. Wolfgang erteilt Friedelind ein Hausverbot. Sie lebt bei ihrer Mutter. Erst nach Wielands Tod ziehen sie wieder in Haus Wahnfried ein.

Interessant ist das Buch auch für Bayreuthkenner, die schon vorher Friedelind Wagners Biografie „Nacht über Bayreuth“ gelesen haben.
Wolfgang Wagners Gegenbiografie „Lebensakte“ stellt die Geschehnisse aus seiner Sicht, eben anders, dar. Es ergeben sich Querverbindungen zu den anderen Mitgliedern dieser schrecklich netten Familie – alle untermauert mit Belegen, akribisch zusammengefügt, aber spannend zu lesen. Letzteres war Eva Rieger in der Buchvorstellung in Bayreuth sehr wichtig. Ich kann es auf diesem Wege bestätigen.
Friedelind Wagner: Die rebellische Enkelin Richard Wagners von Eva Rieger | Piper(16. Juli 2012) | EUR 24,99

 

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