♂ Wilhelma Theater Stuttgart: Szenen aus Peer Gynt – Kopffüßler im Reich der Trolle

Es ist die Geschichte des norwegischen Bauernsohns, der in Armut lebt. Mit Hilfe seiner Fantasie versucht er, dieser Armut zu entkommen und baut sich seine Schlösser selbst.
Auch seine Umgebung gestaltet er in seinen Träumen. Er sucht die Gesellschaft von Trollen, den skandinavischen Erdgeistern, die normalerweise getrennt von den Menschen leben. Zwar ist Peer lebensunpraktisch, aber er weiß genau, was er nicht möchte – zum Beispiel eine Frau heiraten, die er zwar geraubt und geschwängert hat, die aber nicht mit seiner heimlichen Liebe Solveig konkurrieren kann.

11 Stühle stehen an der Rampe der offenen Bühne, 11 Schauspieler besetzen sie.
11 Schauspieler (Jessica Cuna, Lucie Emons, Laura Locher, Susanne Schieffer, Frederik Bott, Alexey Ekimov, Rudy Orlovius, Philipp Sommer und Angela Blanc, Winnie Luzie Burz, Jan Jedenak) teilen sich die Rollen.

Eine Mutter klagt über ihren Sohn Peer, der nur lügt und sonst zu nichts zu gebrauchen ist. 10 Peers erzählen ihr, wie sie auf dem Bock über den Grat geritten sind, der so schmal ist wie eine Sense. Sie erzählen nicht gleichzeitig, sondern jeder spricht und agiert einen einzelnen Satz. Sämtliche Schauspieler können sowohl Peer, als auch die Mutter oder Solweig oder die Trollprinzessin darstellen.
Verschiedene Szenen aus Peer Gynts Leben werden durchgespielt. Wie Peer eine Braut raubt, aber danach nichts mehr von ihr wissen will. Die Braut schwört Rache. Im Land der Trolle begegnen ihm Kopffüßler mit kleinen Gesichtern. Sie mutieren aus den Menschen mit Hilfe einer Jerseyhose. Diese XXL-Hose ziehen sie sich über Taille, Rücken und Kopf, bis ihnen vorn noch ein Loch bleibt, aus dem eine kleine Maske hervorlugt. Fertig ist der Kopffüßler mit krummen Buckel und winzigem Gesicht.

Mit einem Stuhl schlägt einer der Peers wie mit einer Waffe im Kampf gegen den Feind. Danach zerhackt er den Stuhl, um mit den Leisten ein Haus zu bauen. Peer kommt sein Haus mickrig vor, aber Solveig gefällt es; ausgerechnet Solveig, seiner heimlichen und großen Liebe.

Das Haus ist eine überdimensionale Puppenstube, eingerichtet wie ein skandinavisches Bauernhaus – ein bisschen Bullerbü. Die innere Stube wird auf eine Wand projiziert. Eine Taschenlampe leuchtet als Spot hinein. Durch ein Sieb geschüttetes Pulver erzeugt in der Projektion ein sanftes Schneien, wobei der Schnee sich in großen Flocken auf Stühle und Boden legt.

Sie brauchen nicht viele Requisiten (Regie und Bühne: Thomas Krupa). In der Mitte der Bühne steht ein senkrechter Pfahl. Er dient als Mittelachse für eine schwebende Wand, die von beiden Seiten gedreht werden kann. Sie dient als Trennwand oder Projektionsfläche für die Puppenstube. Schwarze Stühle, auf denen sie sitzen. Gekleidet in Jeans und Parkas (Kostüme von Leah Lichtwitz) sehen sie aus wie die Alternativen aus den 80-er Jahren – direkt einer Landkommune entsprungen oder vom Trampen zurück. Grau wie ein Novembertag ist die vorherrschende Farbe.
Alles ist zurückgenommen, gedämpft, Störendes fehlt – Worttheater. Die Geschichte von Peer Gynt, dem Lügner, der sich alles so schön ausmalt, wie es die praktisch veranlagten Menschen in seiner Umgebung nicht nachvollziehen können.
Anscheinend geht man davon aus, dass sämtliche Besucher dieses Stück kennen. Im Programmheft steht kein Wort über die Geschichte, den Autor, die nordischen Märchen … schade.

HENRIK IBSEN: PEER GYNT / SZENEN
Regie & Bühne: Thomas Krupa • Kostüme: Leah Lichtwitz • Choreographie: Verena Weiss • Figurenspiel: Stephanie Rinke • Dramaturgie: Franziska Kötz
Foto: MAURICE KORBEL
8. November 2014 – Wilhelma Theater Stuttgart
Es spielen die Studierenden des 3. Jahrgangs der Schauspielschule und des Figurentheaters: Jessica Cuna, Lucie Emons, Laura Locher, Susanne Schieffer, Frederik Bott, Alexey Ekimov, Rudy Orlovius, Philipp Sommer und Angela Blanc, Winnie Luzie Burz, Jan Jedenak

 

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Wilhelma-Theater:

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