✿ Bad Langensalza: Japangarten – Wellen, Wogen, Kurven

Originalgetreuer japanischer Garten in Thüringischem Heilbad

Viel Grün, Bögen statt Geraden, Wasser und Wellen, viel Raum zum Entspannen und seinen Gedanken nachhängen – Garten der Ruhe, Besinnung, Meditation.

Es begann damit, dass die Bad Langensalzaner Gartenarchitektin Japan besuchte.

Sie sah die Gärten im Original und kam total begeistert zurück. Diese Begeisterung entwickelte sich zu dem Plan, in Bad Langensalza ebenfalls einen solchen Garten anzulegen. Ihr Tatendrang übertrug sich schnell auf die Entscheidungsträger. Bürgermeister Berhard Schönau ließ seinem Talent zum Geld beschaffen freien Lauf. (Wunschtraum aller Kreativen – Autorin eingeschlossen!) Er organisierte alles Mögliche und Unmögliche an Fördermitteln, sodass nicht nur der Garten angelegt werden konnte, sondern auch ein Gebäudekomplex in japanischer Architektur. Er dient als Pflanzenpavillon und zur Teezeremonie.
Die Gartenarchitektin konnte sich noch einige Monate in Japan aufhalten, die Gartenkunst studieren, den Garten zu planen und naturgetreu auszuführen.
Stolz sind die Bad Langensalzener auf die Begeisterung Besucher – besonders der japanischen.

Wellen, Wogen, Kurven

Wellenförmige Linien sind ein Gestaltungselement, das den ganzen Garten durchzieht. Kurvig verlaufen die weißen, wellig geharkten Kieswege, die freilich nicht für die Besucher bestimmt sind. Diese Muster werden zum Anschauen angelegt, nicht zum Füße vertreten.

Akkurat geschnittene Hecken bereichern das Gartenbild. Nicht mit dem Lineal, sondern bogenförmig umkreisen sie eine weiße Kiesfläche im Inneren, die eine Baumgruppe umrahmt. Ebenfalls geharkt, wie ein Blick über die Hecke bestätigt.

Japan ist bekanntlich eine Insel, und damit von allen Seiten von der See umgeben.


Steine, die wie Felsbrocken aus dem wogenden Kiesmeer herausragen, zeigen die Verbindung zum Wasser. Die grüne stufenförmige Hecke sieht nach einem Riesenseeungeheuer aus, gesponnen aus Seemannslatein. Vorn liegt der Kopf, dann kommt der zweigeteilte Körper, der in den überlangen Krakenbeinen endet. Oder sind die Haxen um die Ecke gar als Fischschwanz zusammen gewachsen?
Es reizt, sich in das vermeintlich weiche Grün Hineinpflatschen zu lassen. Das würde wohl eine prickelnde Angelegenheit werden. Zwar sehen die Formen rundum weich aus, die darunter liegenden Buchsbaumzweige könnten empfindlich piksen.

Nicht nur Wege und Hecken wogen durch den Garten.

Selbst die Funkien passen sich an. Die Schattenpflanze mit den wellenförmig gestreiften Blättern bildet einen Halbkreis. Das Blaugrün erinnert an klares Wasser, in dem sich ein Wald spiegelt.

Uralt – zumindest genau so alt wie in der Natur – werden Bonsais.

Diese Variante der fernöstlichen Gartenkunst bereichert den Japangarten mehrfach. Zwergbäume in Gefäßen stehen auf Sockeln wie Skulpturen. Sie werden auch lebende Kunstwerke genannt, denn es hängt – neben der ausgefeilten Technik – viel vom Fingerspitzengefühl des Gestalters ab, wie sich der Baum harmonisch in die angestrebte Wuchsform entwickelt.

Diese Wuchsformen, die möglichst die typischen Merkmale einer Baumart vereinigen, aber doch die Handschrift eines Künstlers zeigen soll, wachsen im Japangarten auch in groß, in sehr groß.

Koi, Statussymbol in einem japanischen Teich.

Wo stilles Wasser ruht, darf kein Koi fehlen. Ein reiner Zierfisch, der nie auf einer japanischen Speisekarte landet. Diese Buntspechtfische mit ihren fröhlichen Farben und Mustern sind bestimmt sehr teuer, meint man hierzulande, wo man keine Ahnung hat. Pustekuchen. Nur weiße Kois sind wertvoll. Am edelsten ist ein weißer Koi mit einem kreisförmigen, roten Fleck auf der Stirn, denn er symbolisiert die Sonne, die schon die japanische Flagge als zentrale rote Scheibe aufweist.

Keine Regel ohne Ausnahme.

Eine Ausnahme zu den fließenden Formen bildet der mäanderförmige Holzsteg über den Teich. Er erfüllt zwei Funktionen. Zum einen lassen die Wasserüberquerer die bösen Geister hinter sich. Zum anderen geht der Wunsch, den sie während ihrer Wanderung aussprechen, in Erfüllung. Das ist theoretisch zwar einfach, aber in der Praxis knifflig. Wie formuliere ich den Wunsch richtig? Der anfangs forsche Schritt verlangsamt sich. Ist es wirklich der Hauptwunsch oder gibt es vielleicht noch einen viel dringenderen?

Leider weiß keiner genau, wie lange es dauert, bis der Wunsch in Erfüllung geht. Also bleibt nur noch warten, warten, warten…


Weiterführende Informationen erhalten Sie hier:

Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza
Welterberegion Wartburg Hainich

Die Eindrücke  formten sich im Rahmen der Pressereise unter dem Motto „Mittelalterstadtfest Bad Langensalza“
Herzlichen Dank für die fachkundigen Rundgänge und die hervorragende Organisation.

Und so sahen es die anderen Teilnehmer der Pressereise: 
Thomas Otterpohl: Entdecke den Nationalpark Hainich
Simone Janson: Tagen und Waldbaden zwischen den Baumwipfeln des Nationalpark Hainich
Kellertür: Tipps für deine Reise nach Bad Langensalza
Solo-Urlauber Konstantin: Mittelalterfest Bad Langensalza
Solo-Urlauber Konstantin: Der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich
Chris: Wochenende in Thüringen: Welterberegion Wartburg Hainich


 

Welterberegion Wartburg Hainich