☛ Hannover: Durchströmt vom Lebenselixier Wasser

Kultururlaub Deutschland

Hannover hat nah am Wasser gebaut! Das ist kein Grund zur Depression – im Gegenteil. Mit Kreativität und Ingenieurskunst sicherten sich die Hannoveraner ein fruchtbares Schwemmland – die Leinemasch – das gleichzeitig an einem schiffbaren Fluss angebunden ist und von Handelswegen gekreuzt wird.

Heute versteht man Wasser als notwendiges Lebenselixier.

Wasser reinigt die Luft und neutralisiert das Klima. In Hannover zeigen sich die Gewässer als zusammenhängende Fläche. Sehr gut zu sehen vom Neuen Rathaus. Dieses Bauwerk steht auf einem Fundament von 6.000 in den Boden gerammten Buchenpfählen. Der Turm ist für Besucher geöffnet, sofern sie Zeit mitbringen und geduldig in der Schlange warten, bis der Fahrstuhl sie nach oben bringt.

Der Maschsee, die Flüsse Leine und Ihme umschlingen die Stadt.

Das „Binnenmeer“ ist ein künstliches Gewässer, denn die Hannoveraner haben nachgeholfen. Der Maschsee erfüllt mehrere Anforderungen. Er schützt die Altstadt vor Überschwemmungen, die regelmäßig nach der Schneeschmelze im Harz auftraten. Vor diesem Zeitpunkt wurden die Deiche höher und höher und höher gebaut. Vor rund hundert Jahren begann die Planung für das Mammutprojekt. Zum damaligen Zeitpunkt ein Zeichen exzellenter Ingenieurskunst, trotz alledem mit ungewissem Ausgang.

Hannover schuf sich einen See, und alle halfen mit.

Vielleicht war der Maschsee von Anfang an so beliebt, weil die Bevölkerung bei der Entstehung mithalf. Nicht unbedingt freiwillig, denn es war eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in einer Zeit von hoher Arbeitslosigkeit.

Der See bietet nicht nur Freizeitvergnügen. Fischer holen fette Weihnachtskarpfen aus dem Wasser – sie gelten als wohlgenährt. Kein Wunder, denn die Spaziergänger füttern eifrig mit.

Segelschiffe und Ruderboote bevölkern den See.

Das geht nur mit einem Segelschein. Segelschiffe vermietet die Yachtschule Hannover, praktischerweise mit einer Segelschule. Wer kann, segelt allein los, ansonsten mit einer kompetenten Segellehrerin.
Bei spiegelglatter See findet Heidi Rehm immer noch den Wind zum Segeln. Keiner musste in die Segel pusten, alle Teilnehmer genießen die Ruhe und die klare Brise.

Wo Leine und Ihme Zusammentreffen, sieht es nicht nur idyllisch aus.

Ein Sandzipfel ragt ins Wasser, wo Ihme und Leine zusammen fließen. Dieser Eckpunkt auf der sogenannten Fährmannsinsel wird als „Strandbar“ bewirtschaftet. Liegestühle im Sand, eisgekühltes Getränk schlürfen, Ruhe genießen.

Von diesem Punkt aus hat man drei verschiedene Ansichten. Ein Blick nach links geht in die Stadt mit ihrem Kraftwerk.

In der Mitte vereint sich die Leine mit der Ihme. Gemeinsam rauschen sie auf Wolke sieben davon.


Der Blick nach rechts zeigt die Ihme, wie sie aus einem grünen Urwald herausgleitet. Idyllisch wie in einem Paradies – oder zumindest Naturschutzgebiet.

Die Herrenhäuser Gärten sind von vornherein mit viel Wasser angelegt.

Der barocke Schlossgarten ist von einem Wassergraben umschlossen. Überall stehen kleine bis große bis gigantische Springbrunnen. Die Riesenfontäne war eine technische Sensation, die ihresgleichen suchte.

Gleich 6-fach laufen die Kaskaden an der Grotte herunter – in vierfacher Ausführung nebeneinander. Zwischen ihnen zwei nackte Damen mit gezückten Waschlappen.

Fontänen haben in der Regel etwas Heiteres.

Das muss nicht immer so sein. Wenn sich oben am Himmel etwas Dunkles zusammenbraut, können Springbrunnen das kommende Unwetter bedrohlich spiegeln.

Im englischen Landschaftsgarten-Stil ist der Georgengarten angelegt.

Flüsse, Bäche, Teiche lockern den Garten auf. Überall führen Brücken über Flussläufe, als Zeichen der Schmiedekunst und der Ingenieurstechnik.

Sämtliche Aussichtspunkte sind zu Fuß, mit der Straßenbahn oder mit dem MOIA schnell und kostengünstig zu erreichen – die flotte Auffrischung für zwischendurch.


Weiterführende Informationen

meinNiedersachsen
Die Eindrücke  formten sich im Rahmen der Pressereise unter dem Motto „Hannover: Naturerleben in der Stadt“
Herzlichen Dank für die fachkundigen Rundgänge und die hervorragende Organisation.

 


 

Hannover

    • Architektur in Hannover – Prunkbau bis Tiny House Neue Häuser – neue Ideen. Hartnäckig halten sich Vorurteile über Hannoveraner Architektur: 50er-Jahre Hochhäuser und wenig Altstadt. Den Gegensatz zu diesem Klischee zeigen die beiden Extreme – …

    • ☛ Hannover: Durchströmt vom Lebenselixier Wasser Hannover hat nah am Wasser gebaut! Das ist kein Grund zur Depression – im Gegenteil. Mit Kreativität und Ingenieurskunst sicherten sich die Hannoveraner ein fruchtbares Schwemmland – die Leinema …

    • ☛ Hannover: Abendspaziergang zu den Glanzlichtern Als attraktivster Prunkbau bei Nacht kommt in Hannover das neue Rathaus an die erste Stelle. So wirkungsvoll ausgeleuchtet zieht es Fotografen an wie Motten das Licht. Jede/r Bildermacher/in denkt sic …