♫ Eugen Onegin – Das Leben ist wie ein Baum

Baum Eugen Onegin „Lyrische Szenen“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski im Stadt-Theater Ulm

 

Oper zum Träumen

Stimmig und romantisch stellt sich die Onegin Inszenierung von Matthias Kaiser im Stadttheater Ulm dar. Musik und Handlung passen zusammen. Erzählt wird die Geschichte nach dem Versroman von Alexander Puschkin. In Bilder umgesetzt wird genau das, was die Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky vorgibt. Sowohl Bilder als auch Musik wirken lange nach, weil beides sich hervorragend ergänzt.

 

Baum als Symbol des Lebens

Ein riesiger Apfelbaum mit weit ausladenden Ästen und Zweigen, einem dicken Stamm und grossflächig verzweigten Wurzeln als Symbol des Lebens nimmt fast die ganze Bühne (Detlev Beaujean) ein.
Das Mauerblümchen (Kostüme Angela C. Schuett ) Tatjana (Merav Barnea) schreibt den Brief an Onegin (Tomasz Kaluzny) in ihrem Zimmer. Sie beginnt, wenn der Baum von der orangenen Abendsonne bestrahlt wird und endet, wenn das Morgengrauen dämmert.
Vor diesem grün belaubten Baum trifft sich Tatjana mit Onegin, als er sie hochnäsig in ihre Schranken weist und sie als kleines Mädchen abstempelt.
Unter der herbstlichen Blätterkrone feiern Mutter Larina (Susanne Brattaberg), Olga (Gillian Crichton), Tatjana (Merav Barnea), Filipjewna (Martha Dewal) mit dem Gesinde (sanges- und spielfreudiger Chor) ihr Erntedankfest. Monsieur Triquet (Hans-Günther Dotzauer) singt sein Loblied auf die schöne Tati-janna von einem Gartenstuhl als Podest.
Unwirtlich, als Schneelandschaft mit kahlem Baum, von der Wintersonne beschienen, liegt der frostige Schauplatz in der Duell-Szene. Lenski (Marc Haffner) und Onegin (Tomasz Kaluzny) treffen sich auf einer eisigen Lichtung.
Im Ballsaal des Fürsten Gremin (Rúni Brattaberg) dagegen hängt der Baum voller Lichter – wie ein überdimensionaler Kronleuchter.

 

Fazit: Zum Anschauen, Anhören, Träumen wärmstens empfohlen.

Eine gelungene Inszenierung – einfach schön.  „einfach“ im Sinne von nicht kompliziert; nicht verkünstelt; nichts an den Haaren herbeigezogen.

Inhalt/Handlung: Eugen Onegin – Oper von Tschaikowski
Eugen Onegin – Das leben ist wie ein Baum
Onegin: Die neue Bewegungssparsamkeit
Onegin: Musikalisch auf höchstem Niveau
Stuttgarter Ballett tanzt Onegin
Onegin – junge Tänzer in zeitloser Choreografie

 

Eugen Onegin – „Lyrische Szenen“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski
nach dem gleichnamigen Versroman von Alexander Puschkin

Stadt-Theater Ulm

Musikalische Leitung: Alexander Drčar
Inszenierung: Matthias Kaiser
Bühne: Detlev Beaujean
Kostüme: Angela C. Schuett

Besetzung am 2. April 2008:

Mit Susanne Brattaberg (Madame Larina), Merav Barnea / Hélène Lindqvist (Tatjana), Gillian Crichton (Olga), Martha Dewal (Filipjewna); Tomasz Kaluzny / Kwang-Keun Lee (Eugen Onegin), Marc Haffner (Lenski), Rúni Brattaberg / Kakhaber Tetvadze (Gremin), Michael Burow-Geier (Saretzki/Hauptmann), Hans-Günther Dotzauer / Rochus Bliesener (Monsieur Triquet)

 

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