Dokumentation einer Auswanderung: Was scheren mich die Schafe

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Auswandern nach Neuseeland – in ein Land, das Anke Richter und ihr Mann im Urlaub kennen lernten, und das sie mit großer Sehnsucht erfüllte. Die vierköpfige Familie wagt den Wechsel. Wird ihre Liebe zur neuen Heimat den Alltag überdauern?
Als im Hospital von Christchurch die Stelle eines Urologen frei wird, bewirbt sich Lukas sofort. Er wird tatsächlich angenommen. Aus dem Urlaubsschwarm namens Neuseeland wird es damit Ernst für die Familie.  Ehefrau Anke etabliert sich beruflich als südlichste Auslandskorrespondentin. Sowohl von der Presse von Neuseeland als auch von Deutschland aus bekommt sie Aufträge. An die Zeitverschiebung von zwölf Stunden denkt jedoch kaum ein deutscher Redakteur. Also schläft sie mit dem Telefon im Bett und hat sich angewöhnt, beim ersten Klingeln hellwach zu sein.
Das Leben selbst könnte sich angenehmer gestalten, wenn nur die Neuseeländer etwas besser über die Geschichte fremder Länder informiert wären, die nicht zum neuseeländischen Archipel gehören. Neuseeländer beziehen ihre historischen Kenntnisse aus alten Filmen, die in der Originalsprache ablaufen. Sieht ein Kiwi einen Deutschen, steht er stramm und skandiert zackig: „Jawoll, mein Fuhrer!“ Spricht jemand in der Öffentlichkeit deutsch, wird vermutet, dass es sich um etwas Ähnliches wie den Befehl zum Polenangriff handeln muss. Sie wird gefragt, ob sie als Auslandskorrespondentin für den „Stürmer“ schreibt. Die Deutschen, wen sollte das wundern, stehen an letzter Stelle der Beliebtheitsskala – aber immerhin noch vor den Südafrikanern. Das sind wirklich die Hinterletzten.
Einige Sitten und Gebräuche sind gewöhnungsbedürftig. Versteht man bei uns unter Genussfest ein Probieren von allerhand Köstlichkeiten, schön dekoriert, zum Anbeißen, auf der Zunge zergehen lassen, so bedeutet es im südlichsten Zipfel von Neuseeland das genaue Gegenteil.
Hier besteht das höchste Vergnügen darin, sich Bullensperma und ähnliche Köstlichkeiten solange einzuverleiben, bis es wieder raus kommt. Meist auf dem gleichen Wege, wie es rein gekommen ist. Wer am meisten und längsten davon im Mund (oder sonst wo) behält, wird frenetisch umjubelt. Man muss aber auch dazu sagen, dass die Provinz, die dieses „Genussfest“ veranstaltet, von den meisten kultivierten Kiwis gemieden wird.

Andererseits lernen die beiden Kinder der Autorin in der Schule gleichzeitig Englisch und auch das wie Vogelgezwitscher anmutende Maori, die Sprache der Ureinwohner. Wer sich ein dickes Fell wachsen lässt und seine Herkunft verleugnet, kann sich in Neuseeland sicher wohl fühlen. Vielleicht sollten es Ausreisewillige vorher lesen, um keinen Kulturschock zu bekommen.
Andererseits – wo gibt es ein Land, in dem der Fremde nicht fremd ist?

Was scheren mich die Schafe von Anke Richter | Kiepenheuer & Witsch ( 2011) | EUR 14,95

 

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