Kirchheimer Haft- ond Hokafescht – Genießer schlemmen von einem Stand zum anderen

Am Samstag Abend beginnt das Kirchheimer Stadtfest. Wie bei allen Bürgerfesten dieser Art richten es die Bewohner aus. Mich interessieren besonders die Kirchheimer mit ausländischen Wurzeln – Griechen, Kroaten, Tamilen, Inder, Portugiesen, Russlanddeutsche, Italiener … Wo sonst gibt es so viele Köstlichkeiten der Original-Küchen auf einem Fleck? Wie immer recht zahlreich sind die Türken mit ihren Ständen vertreten. Von scharfen Vorspeisen bis zu sehr, sehr süßen Nachspeisen reichen ihre Delikatessen.
  

Gözleme, eine typische Gemeinschaftsarbeit  türkischer Frauen. Eine bereitet den Teig und formt ihn zu Kugeln. Eine andere Frau rollt die Kugel zu einem dünnen Fladen. Die nächste zerbröselt den Schafskäse, den eine andere Türkin auf dem ausgerollten Fladen verteilt. Den zusammengeklappten Teig übergibt sie der letzten Frau in dieser Kette, die ihn auf einer heißen Metallplatte backt. Der Fladen wird noch einmal umgeklappt, in eine Serviette gewickelt und sofort gegessen. Mein Fladen enthält eine würzige Spinat-Schafskäsemischung.

Schere statt Messer und Gabel

Auch die portugiesische Küche wird geprägt von kochenden und backenden  Frauen mit ihren Spezialitäten. Diese drei kross frittierten Frikadellen in unterschiedlichen Formen enthalten alle Fisch.

Eine mild gewürzte mit Stockfischfüllung in Melonenform mit Kräuterteig; eine Tasche mit Füllung aus roter Krebsfarce mit stark betontem Eigengeschmack, und ein besonderes „Krebsbällchen“, aus dem eine Krebsschere herausschaut. Wer aber erwartet, in eine Krebsschale hineinzubeißen, wird aufatmen. Es knackt nicht – im Gegenteil. Eine weiche, helle, zart gewürzte Krebsmischung schmeichelt dem Gaumen. Diese kleine Krebsschere dient nur als Griff. Statt „Eis am Stiel“ einmal „Frikadelle an Schere“.

Sie gibt Süßes – er gibt Saures

Mit etwas Süßem hatte ich gar nicht gerechnet, als ich das gelbe Bällchen und das braune Geleestück probierte. Mein Gaumen richtete sich am Stand der Tamilen auf Curry und Aspik ein.

Der gelbe Linsenball mit Cashewkernen, Rosinen, Ingwer behält seine Form durch den zuckrigen Sirup, der alles zusammenklebt. Das Viereckstück überrascht. Es schmeckt mit geschlossenen Augen nach Karamell/Vanillepudding. Und tatsächlich besteht es aus aufgekochtem Sirup und Mehl mit exotischen Gewürzen – also wie unser Pudding. Statt mit Milch wurde es mit Zuckerwasser aufgekocht. Darf ich es Ceylonpudding nennen?

Nach dem guten Essen verträgt der Magen etwas Saures zur Verdauung.  Der junge Taucher schneidet gerade einen Berg grüner Limetten. Sie werden später auf den Karibikdrinks schwimmen. Damit hat die Tauchsportgruppe ganz selbstverständlich das Motto vorprogrammiert: „Abtauchen ja – versumpfen nein!“

 

 

 

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Strassenfest: