♫ Vater unsichtbar – Kinder tanzen auf der Bühne

„Der unsichtbare Vater“ |  Musik von Juliane Klein | Mitmach-Oper für Kinder

Aktives Opernpublikum

Nachwuchstänzer

Der Clou bei dieser Kinderoper ist das mit-dabei-sein auf der Bühne. Das geht, wie im richtigen Theaterleben, nicht ohne üben. Das Publikum wird in drei Gruppen eingeteilt und studiert verschiedenen Rollen ein, von denen die anderen Mitmach-Gruppen nichts erfahren. Die Saxophongruppe zum Beispiel singt einen Kanon – einen rhythmischen Sprechgesang – der mit jedem Einsatz lauter wird: „Du musst ihn verjagen, verjaagen, verjaaagen“ wird eingesetzt, wenn der Nebenbuhler Ludwig einzieht.
Es kommt sogar zu einem Kampf zwischen den beiden Hausböcken Paul und Ludwig, optisch und akustisch unterstrichen vom Schlagzeug. Mit einem Becken als Helm auf dem Kopf sieht Ludwig aus wie ein chinesischer Krieger. Paul bewaffnet sich mit einem Messer. Auch hier greift das Publikum ein ins Geschehen; mal feuert eine Gruppe Paul an, mal eine andere Gruppe Ludwig.
Auf dem Jahrmarkt (auf dem Paul seinen Vater findet) hält es keinen Zuschauer mehr auf den Sitzen. Alle spielen verschiedene Rollen, die vorher exakt eingeübt wurden. Sie fahren Karussell, während die anderen ihnen zuwinken. Sie kaufen Lose und sind enttäuscht über Nieten oder freuen sich über Gewinne. Sie kaufen gebrannte Mandeln oder markieren eine Blaskapelle, die mitten durch den Rummelplatz marschiert.

Drei schauspielernde Instrumentalisten und ein Tenor

Mama Annette Riessner, Papa Dieter Kraus und Ludwig Michael Aures spielen ihre Rollen auf der Bühne und unterstreichen mit ihren Instrumenten – Akkordeon, Saxophon und Schlagzeug – das Geschehen, wenn sich zum Beispiel Paul Hans Kittelmann im Kochen versucht, was leider nicht immer gelingt.
Ludwig, der Schlagzeuger, bespielt nicht nur sein normales Instrumentarium, sondern auch Haushaltsgegenstände oder Kleidung. Beim Abspülen stellt er die Teller in einem exakten Rhythmus hin; an bestimmten Stellen zieht er seinen Reissverschluss hoch und runter.

Mobiles Bühnenbild

Thomas Unthan konzipiert die Aufbauten als Wanderbühne, um in Schulen zu spielen. Sie bestehen aus rollbaren Wandelementen, um unterschiedlich aufgestellt werden zu können, je nach Bühnengrösse. Die Wandgerüste bilden eine Wohnung – ein Element mit herunterhängenden Küchengeräten, einer Spüle und einem Herd; ein Element für Michael Aures Schlagzeug-Instrumentarium; ein Element als Schlafzimmer (siehe Hörbar – der unsichtbare Vater) und ein Element als Kinderzimmer mit Leiter zum Hochbett. Für Kinder sofort nachvollziehbar, und doch mit genügend Raum für die eigene Fantasie – ein gelungenes Bühnenbild.

Der unsichtbare Vater:

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Juliane Klein – Der unsichtbare Vater

Auftragswerk der Stuttgarter Staatsoper
Musikalische Leitung Kristina Šibenik
Regie Johannes Rieder
Bühne und Kostüme Thomas Unthan
Dramaturgie Barbara Tacchini

Besetzung
Paul Hans Kittelmann
Mama / Akkordeon Annette Riessner
Papa / Saxophon Dieter Kraus
Ludwig / Schlagzeug Michael Aures

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