♫ Der Fliegende Holländer in Bayreuth 2012 – Inszenierung, Bühne und Kostüme

Rückblick auf die erste Festspielzeit 2012 mit dieser Inszenierung: Wie kommt sie beim Publikum an?
Die Hauptgespräche drehten sich um den „Holländer“ Samuel Youn, der kurzfristig für Evgeny Nikitin einsprang – buchstäblich über Nacht. So, wie die Sache in den Medien verbreitet wurde, konnte Samuel Youn nur verrissen oder hochgelobt werden. Glücklicherweise Letzteres; er hat es verdient.

Der Fliegende Holländer 2012 – Inszenierung, Bühne, Kostüme, Musiker

Mit einer neuen Inszenierung (Regie: Jan Philipp Gloger) der Oper „Der Fliegende Holländer“ von Richard Wagner starten die Bayreuther Festspiele 2012. Als unauslöschlicher Trojaner irrt der „Holländer“ durch das Datenmeer.

Inszenierung, Bühne und Kostüme

Bühnenhohes Gestänge, durch das Lichter flitzen wie durch eine Datenautobahn. (Bühnenbild: Christof Hetzer) Zahlentafeln rattern neue Ergebnisse, passend zum Einsatz des Orchesters. Der Holländer kommt als schädlicher Trojaner, getarnt als Geschäftsmann im dunklen Anzug. Rastlos hat er sich immer weiter fortgepflanzt, fremde Rechner infiziert und dabei gut verdient. Anscheinend hat er genug und möchte endlich unschädlich gemacht werden. Dalands Vertrauen erkauft er sich mit einem Rollkoffer voller Geld und Aktien.

Die Spinnstube gleicht einer Verpackungshalle für Ventilatoren – passt gut zu der surrenden Melodie. Strahlend wie in einem Werbespot reichen sich die Packerinnen in ägyptischblauen Arbeitsanzügen (Kostüme von Karin Jud) die Ventilatoren zu, geben sie mit einem neckischen Knicks weiter an die nächste Packerin, die das Produkt verstaut. Eine weitere schließt das Versandpaket und reicht es der nächsten, die es links von der Bühne hinausträgt und rechts wieder als Ventilator der ersten Packerin reicht. Ein ewiges, emsiges Kommen und Gehen.

Lediglich Senta thront auf einem Berg Kartons inmitten großflächiger Pappkulissen, wie sie in Computerspielen vorkommen. Von Pappe sind das blutige Schiff und das blutige Playmobil-Männchen. Obwohl der Holländer keine Ähnlichkeit mit ihrem Spielmännchen aufweist, erkennt Senta ihn sofort als ihren Traummann.

Erik kommt als Techniker daher und möchte seine Senta von ihrem kindischen Spiel abbringen. Er liebt sie trotz ihrer Spielsucht. Statt Matrosen feiern Jungmanager ihre Produktionsziele mit Sekt, den die Assistentinnen Ihnen servieren. Derartig siegesgelaunt provozieren sie die Mannschaft des Holländers und stecken gleich eine Niederlage ein. Das Heer der aufgewachten Geistertrojaner brennt ihre Flagge ab, unterwandert sie und verbreitet Angst und Schrecken.

Als der Holländer in den Spielkulissen zu verschwinden droht, erklimmt Senta den Berg aufgestapelter Pappkartons. Gemeinsam setzen sie ihrem Leben ein blutiges Ende, mit einer Blutlache wie im virtuellen Spiel. Die Manager nehmen es sportlich, denn schon erwächst daraus eine neue Idee. Nach der „Erlösung“ geht der Vorhang noch einmal auf und die Packerinnen reichen sich gegenseitig ein neues Produkt zu: Senta und Holländer, eng umschlungenen als Kitschfiguren in Gartenzwergmanier.

Frisch, jung und neu ist die Idee zu dieser Inszenierung, und total passend.

Hervorragend singen und spielen die Sänger des Festspielchors unter der Leitung von Eberhard Friedrich. Sie bringen Bewegung ins Spiel, während die Hauptdarsteller sich in dieser szenisch unterbordenden Inszenierung von Jan Philipp Gloger in vornehmer Zurückhaltung üben. Dafür sind sie musikalisch auf (Bayreuth)Niveau.

Samuel Youn besticht als Holländer mit seiner klaren, deutlichen Aussprache. Adrianne Pieczonka als Senta verkörpert mit ihrem kräftigem, dramatischen Sopran eine Frau, die sich gegen ihre Umwelt durchsetzen kann. Franz-Josef Selig gestaltet seine Rolle als Daland mit sonorer, fülliger Stimme. Benjamin Bruns‚ helle, reine Stimme klingt fast verträumt – ist er doch als Steuermann gerade aufgewacht und schon wieder müde. Christa Mayer verleiht der Abteilungsleiterin Frau Mary eine dunkle, zur Rolle passende Stimme. Michael König gibt mit seiner Stimme dem Verlierer Erik die nötige Dramatik.

Das hervorragende Bayreuther Festspielorchester unter dem energischen Dirigat von Christian Thielemann klingt äußerst präzise und erfrischend.

♫ Inhalt / Handlung: Der Fliegende Holländer – Oper von Richard Wagner
♫ Der Fliegende Holländer in Bayreuth 2012 – letzte Vorstellung am 24. August
Zauberflöte in der Oper Stuttgart – Ana Durlovski als brillante Königin der Nacht

 

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 Der Fliegende Holländer – „Romantische Oper in drei Aufzügen“ mit Musik und Libretto von Richard WagnerBayreuther Festspiele

Besetzung 2012
Musikalische Leitung – Christian Thielemann
Regie – Jan Philipp Gloger
Bühnenbild – Christof Hetzer
Kostüme – Karin Jud
Licht – Urs Schönebaum
Video – Martin Eidenberger
Dramaturgie – Sophie Becker
Chorleitung – Eberhard Friedrich

Holländer – Samuel Youn
Senta – Adrianne Pieczonka
Daland – Franz-Josef Selig
Erik – Michael König
Frau Mary – Christa Mayer
Steuermann – Benjamin Bruns