Inhalt / Handlung: Der Nussknacker von E. T. A. Hoffmann

Kurze Zusammenfassung des Märchens – lückenlose Erzählung in 12 Bildern. Tanzbegeisterte kennen das Märchen vom „Nussknacker und Mausekönig“ als Ballett von Tschaikowsky. Teile der Geschichte dienten als Vorlage für Film, Comic, Musical, Schauspiel.

Walnuss mit Burg

Der Weihnachtsabend

Fritz und Marie, Kinder des Medizinalrats Stahlbaum, warten am Heiligen Abend auf die Bescherung. Marie wünscht sich eine Puppe, Fritz möchte seine Spielzeugarmee erweitern. Gespannt sind sie auf das Geschenk des Paten Droßelmeier, der bekannt ist für sein selbst gebautes, mechanisches Spielzeug. In diesem Jahr hat der Tüftler ein Schloss gebaut, in dem die Prinzen, Prinzessinnen und Husaren ein- und ausgehen.

Der Schützling

Marie entdeckt einen Nussknacker, den sie liebevoll mit den kleinsten Nüssen füttert. Fritz ist weniger zartfühlend. Er gibt dem hölzernen Männchen die größten Nüsse und knack, brechen ihm drei Zähne heraus. Vater Stahlbaum überträgt die Betreuung des Kerlchens an Marie, die ihn wie eine Puppe in den Armen wiegt.

Wunderdinge

Alle gehen schlafen, nur Marie erbettelt sich ein Aufbleiben bei ihren Weihnachtsgeschenken. Sie verbindet den kranken Nussknacker und legt ihn ins Puppenbett in den Schrank neben die Spielzeugarmee. Dann schließt sie die Glastür und beabsichtigt, stracks ins Bett zu gehen. Da schlägt die Uhr Mitternacht. Fritzens Soldaten erwachen, ebenso Maries hölzerner Schützling. Sie stellen sich in Formation, angeführt vom Nussknacker. Der Fußboden öffnet sich und heraus kommen dutzende Mäuse, befehligt von einem Mausekönig mit einer schrecklichen Gestalt. Zu erkennen ist er an sieben Köpfen, auf denen jeweils ein Krönchen sitzt.

Die Schlacht

Die Spielzeugsoldaten formieren sich. Sie greifen von verschiedenen Seiten an. Sie verschießen Munition aus Zuckerperlen, die leider an den Mäusen abprallen. Die Schlacht tobt. Während die Nager zielgerichtet näher kommen, ziehen sich die Soldaten zurück. In diesem Augenblick löst sich der Mausekönig aus der Mäusemeute, setzt zu einem Sprung auf den Nussknacker an. Schier bekäme er ihn gepackt, wenn Marie nicht geistesgegenwärtig ihren Schuh nach dem siebenköpfigen Ungeheuer geworfen hätte.

Die Krankheit

Marie erwacht fiebernd im Bett. Sie vertraut der Mutter die Ereignisse der Nacht an, worauf die Mutter ihre Version erzählt. Sie fand Marie kurz nach Mitternacht. Puppen, Soldaten – selbst ihr Schuh – lagen zerstreut im Zimmer. Marie hatte zu viel und zu lange gespielt.
Der Pate Droßelmeier brachte den reparierten Nussknacker wieder zurück. Da sie im Bett bleiben musste, erzählte er ihr an drei folgenden Tagen eine Geschichte.

Das Märchen von der harten Nuss

Zur Freude über die Geburt seiner Tochter Pirlipat lud ein König viele Gäste zum Schmaus ein. Die Frau Königin bereitete eigenhändig die Wurst zu. Als sie den Speck schnitt, kam Frau Mausering, Königin von Mausolien, und verlangte ihren Anteil. Nicht nur sie, sondern alle Kinder, Vettern, Muhmen und deren Anverwandte fraßen den Speck auf, so dass für das Festmahl lediglich eine magere Wurst übrig blieb. Das erboste den König so sehr, dass er den Uhrmacher Droßelmeier mit der Lösung des Problems beauftragte. Der Uhrmacher Droßelmeier erfand eine Mausefalle, die in kürzester Zeit fast alle Mäuse dahinraffte. Da erschien Frau Mausering und drohte der Königin, dass ihrer Tochter Pirlipat etwas zustoßen würde.

Fortsetzung des Märchens von der harten Nuss

Obwohl die kleine Prinzessin Pirlipat Tag und Nacht unter Beobachtung stand, schaffte es Frau Mausering, sie in eine häßliche Missgestalt zu verwandeln. Der Hofastronom fand heraus, dass Pirlipat ihre vorige Größe und Schönheit wieder erlangt, wenn ein Jüngling die harte Zaubernuss Kratatuk knackt. Er muss ihr die Hälfte davon mit geschlossenen Augen darreichen und alsdann 10 Schritte rückwärts gehen, ohne zu stolpern.

Schluss des Märchens von der harten Nuss

Der König versprach demjenigen Tochter und Reich, der die Prinzessin entzaubert. 10 Jahre suchten der Hofastronom und der Uhrmacher Droßelmeier nach der Nuss Kratatuk und dem Jüngling mit den tadellosen Zähnen. Sie fanden beide – Nuss und Jüngling – beim Vetter in ihrer Heimatstadt Nürnberg. Der Bursche knackte die Goldnuss und reichte sie Pirlipat, die daraufhin sofort wieder die Gestalt eines bildhübschen Mädchens annahm. Er ging sechs Schritte zurück. Dabei trat er auf Frau Mausering, die aus einer Fußbodenritze lugte. Im selben Augenblick verwandelte sich der aparte Neffe des Uhrmachers Droßelmeier in einen mickrigen, hölzernen Nussknacker. Noch im Sterben verfluchte die Mäusekönigin den Jüngling, den ihr Sohn mit den sieben Köpfen zerbeißen wird.

Pirlipat befahl, den schäbigen Holzgnom hinauszuwerfen. Der Hofastronom jedoch prophezeite dem Nussknacker, dass er sich in einen Prinzen verwandelt. Zwei Dinge sind notwendig: Erstens muss er den Mausekönig mit den sieben Köpfen besiegen. Zweitens muss eine Frau ihn trotz seines reizlosen Aussehens lieben.

Marie hat Mitleid mit dem armen Nussknacker.

Der Sieg

In der Nacht setzt sich der Mausekönig mit den sieben Köpfen an Maries Bett. Er droht ihr, den Nussknacker zu zerbeißen, wenn sie ihm nicht ihre Zuckerperlen gibt. Marie gibt. In der folgenden Nacht verlangt er ihre Zuckerpuppen. Marie gibt. Eine Nacht später will er ihre Bilderbücher auffressen. Das bringt den Nussknacker in Rage. Für einige kurze Momente wird er lebendig und bittet Marie um einen Säbel von Fritzens Soldaten. In der Nacht hört Marie Schlachtengetümmel im Wohnzimmer. Kurz darauf überreicht der Nussknacker ihr die sieben goldenen Krönchen des Mausekönigs, den er gerade besiegt hat – sein Dank für Maries Fürsorge.

Das Puppenreich

Der Nussknacker lädt Marie ein, mit ihm zu kommen. Sie gelangen durch das Mandel- und Rosinentor an einen duftenden Orangenbach. Dann gehen sie entlang am Limonadenstrom, der in den Mandelmilchsee mündet.
Sie lassen das Dörfchen Pfefferkuchenheim links liegen, ebenso Bonbonhausen. Am Rosensee – ein rosenrot glänzendes, duftendes Gewässer – in dem goldene Fischlein schwimmen, steigen sie in einen Kahn.

Die Hauptstadt

Delphine mit diamantenbesetzten Krönchen ziehen den Kahn zur Konfektburg des Prinzen. Die Häuser glitzern von feinster Zuckerarbeit. Marie sieht ein Schloss mit funkelnden Sternlein – das Marzipanschloss. Sieben Prinzessinen, die Schwestern des Nussknackers, stürmen auf sie zu. Marie hebt ab, steigt höher und höher und höher.

Zum guten Schluss

Marie schlägt die Augen auf und erblickt ihre Mutter. Marie liegt in ihrem Bett. Ihre Mutter mag nicht an den Traum glauben. Nicht einmal, als Marie ihr die sieben goldenen Krönchen des Mausekönigs zeigt.

In der Folgezeit sieht Marie die Bilder wieder und wieder vor sich und träumt vor sich hin. Als sie einmal dem hölzernen Nussknacker versichert, dass sie ihn – im Gegensatz zur Prinzessin Pirlipat – trotz seiner häßlichen Gestalt liebt, gab es einen Knall, und ein bezaubernder Prinz steht vor ihr. Er nimmt sie als seine Braut mit auf sein Marzipanschloss. Und noch heute soll Marie als Königin im Land der funkelnden Weihnachtswälder regieren.


Alle diejenigen, die an Wunder glauben, vermögen sie zu sehen.

Kurzgeschichten von Opern, Ballett, Schauspiel