♫ Ring des Nibelungen als Kinderoper – Bayreuther Festspiele 2011

Für Kinder eine gelungene Kurzversion, die sowohl anschaulich die Geschichte erzählt, als auch in die Musik einführt. Junge, begeisterte Opernbesucher hören musikalische Ohrwürmer wie den Gesang der Rheintöchter, das Hornsolo mit dem Siegfriedruf, den Walkürenritt, Stimme des Waldvögelchens, die Riesen Fafner und Fasold, Siegfrieds Rheinfahrt, Götterdämmerung…

Siegfried schmiedet sein Schwert. Nach Mimes (Stefan Heibach) verzweifelten Versuchen, das Schwert mit einem Klebeband zu reparieren, schafft es Siegfried (Norbert Ernst) auf eine ebenfalls unkonventionelle Art. Auf dem großen – mit Holz befeuerten und dementsprechend rauchenden – Herd schabt er das Schwert in einen großen Kessel hinein. Mit rhythmischen Schlägen – Topfdeckel, Kochlöffel, Salzstreuer – singt er seine Schmiedearie. Zwischendurch würzt er nach mit Pfeffer, Salz, Karotten und Kartoffeln. Als heiles Schwert ohne Tadel zieht er es aus der Suppe, fertig für neue Abenteuer.

Die drei Rheintöchter (Christiane Kohl, Ulrike Helzel, Simone Schröder) rollen auf Inlineskatern um Alberich herum. Ihre Partie beherrschen sie noch gut, denn sie sangen sie im vorigen Ring im Festspielhaus. Siehe ->  Gold für Rheingold
Auch die anderen Sänger sind im Festspielhaus eingebunden. Siegfried (Norbert Ernst) steht in diesem Jahr als David in den Meistersingern auf der Bühne des Festspielhauses. Ebenso wie der doppelte Bösewicht (Hunding und Hagen) Mario Klein und Markus Eiche (Wotan und Wanderer).
Wotan und Loge (Stefan Heibach) führen in die Oper ein. Sie erzählen sich, was sich vorher ereignet hat und führen mit ihren Dialogen durch die Handlung. Dieser Opernzyklus besteht normalerweise aus vier abendfüllenden Opern, wurde für diese Kinderfassung gekürzt auf zweimal 45 Minuten. Mit einer Pause dazwischen – wie bei den Großen. Alberich (Rainer Zaun) überzeugt, ebenso wie alle anderen, auch darstellerisch, zum Beispiel in der Verwandlung zum züngelnden Lindwurm. Die Kröte schaut als Handpuppe aus dem Trichter eines Horns. Das Waldvögelchen singt durch eine Vogel-Stabpuppe. Die stimmgewaltige Brünhilde (Sabine Hogräfe) naht mit dem Walkürenritt. Norbert Ernst singt und spielt sowohl Siegmund als auch Siegfried. Besonders auf Siegfried, das pfiffige Kerlchen, konzentrieren sich die Sympathien der Kinder.

Insgesamt eine gelungene Kurzfassung von Hartmut Keil und Maximilian von Mayenburg, die auch für musikalische Leitung und Regie zuständig sind.
Eine anschaulich erzählte Geschichte des Ringes, in der die musikalischen Glanzlichter ganz selbstverständlich ihren Platz finden. Für Kinder durchschaubar, gut nachzuvollziehen und bereit zum Nachsingen und Nachspielen. Siehe -> Lohengrin und Ring für Kinder – Public Viewing der Bayreuther Festspiele 2011
Auch geht es mit erfreulich wenig Leichen ab. Genau genommen sind es lediglich Siegmund und Siegfried. Am Ende balgen sich Hagen und Alberich in Zeitlupe, stoppen den Schlag aber immer eine Handbreit vor dem Gegner. Währenddessen ergattern die Rheintöchter den Ring samt Schatz und platzieren ihn wieder am gleichen Ort. Der Schatz, eine goldig blank polierte Tuba, findet seinen Stammplatz im Orchester.

 

 

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Ring des Nibelungen:


[aartikel]B008ZGWG94:left[/aartikel] [aartikel]B0096U44AW:left[/aartikel]Richard Wagner für Kinder – Der Ring des Nibelungen 2011
Fassung – Hartmut Keil/Maximilian von Mayenburg
Musikalische Bearbeitung – Saskia Bladt
Musikalische Leitung – Hartmut Keil
Inszenierung – Maximilian von Mayenburg
Bühnenbild – Magda Willi
Licht – Ismael Schott
Video – Thomas Zengerle

Besetzung 2011:
Brünnhilde – Sabine Hogrefe
Sieglinde – Maraike Schröter
Woglinde, Waldvogel – Christiane Kohl
Wellgunde – Ulrike Helzel
Floßhilde – Simone Schröder
Siegmund, Siegfried – Norbert Ernst
Loge, Mime – Stefan Heibach
Alberich – Rainer Zaun
Wotan, Wanderer – Markus Eiche
Hunding, Hagen – Mario Klein
Fasolt – Marek Reichert
Fafner – Friedemann Röhlig

Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt
Produktionsleitung: Daniel Weber / Steffen Klein