♫ La Traviata – der doppelte und dreifache Klassiker

Oper Stuttgart

Eine Repertoire-Vorstellung der Oper La Traviata von Giuseppe Verdi am 14. Oktober 2011 in der Staatsoper Stuttgart.

Auf dem Fest der Madame Flora suchen sie in Ballkleidern und Fräcken die illustre Gesellschaft heim.  Als Zigeunerinnen verkleidet legen sie die Karten. Wie Kastagnetten schlagen sie die Spielkarten-Fächer,  immer im Rhythmus auf die Eins.  Sie fechten als Stiere – mit den Spielkarten als Hörner – gegen die Toreros, die aus ihren Fräcken dunkle Tücher zauberten. Der Chor der Stuttgarter Staatsoper ist nicht umsonst Chor des Jahres 2011 geworden. Ruth Berghaus gehörte zu den Regisseurinnen, die viel von ihm forderte – und auch zurück bekam. Der Stuttgarter Staatsopernchor singt nicht in Formation im Hintergrund, sondern die Sänger bestimmen den Fortgang der Oper.



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La Traviata (die Kameliendame) – die Geschichte der schönen Kurtisane, die es geschafft hat, in die höchsten Kreise vorzustoßen. Eine Professionelle, die sich ausgesprochen unprofessionell verhält – sie verliebt sich, siehe ->  Inhalt / Handlung: La Traviata Bernarda Bobro singt und spielt sie die Traviata mit Leidenschaft. Sie kokettiert als die überlegene Dame von Welt, die jeden um den kleinen Finger wickeln kann. Mit anspruchsvollen Koloraturen meldet sie sich nach einer schweren Krankheit wieder in den Pariser Szene-Salons zurück. Tina Hörhold als Solodame Madame Flora singt nicht nur, sie tanzt mit ihrem Partner nach einem festen Rhythmus. Ein paar Schritte, eine Nicken rechts und links und wieder von vorn – stereotyp. Eingefahren, diese geschlossene Gesellschaft ohne Platz für Neues.

Sehnsüchtig und bieder verkörpert Bernarda Bobro die Hausfrau mit Schürze, die sich nach einem normalen Leben auf dem Lande sehnt . Mit starker Stimme erträgt sie den Schmerz, wenn sie von Alfredo (Roman Shulackoff), dem Mann, für den sie alles aufgab, gedemütigt wird.

Souverän Tito You als Vater, überzeugt sowohl von der Stimme als auch von der Mimik und Gestik. Ihm nimmt man in jeder Hinsicht die Sorge um seine Kinder ab. Auch seine Umkehr, als er bemerkt, dass Violetta seinen Sohn liebt, und er sie, ist erschütternd.
La Traviata, Klassiker auf den Opernbühnen, enthält viele Melodien, die (bitte nur im Geiste) mitgesungen werden können. Diese Oper wurde zum Volksgut der Bildungsbürger. Ruth Berghaus inszenierte diese Traviata 1993, und seitdem steht sie auf dem Spielplan der Stuttgarter Staatsoper. Die Regisseurin lebt seit einigen Jahren nicht mehr, die Stuttgarter Inszenierung ist, wie sie selbst, ein Klassiker geworden. Das wird es wohl auch noch bleiben, denn sie bietet, mit wechselnden Besetzungen, viel fürs Auge. Ebenfalls die edlen Kostüme von Marie-Luise Strandt und das große, zeitlose Bühnenbild von Erich Wonder.

Ich sah diese Inszenierung im Jahre 2000 zum ersten Mal. Der Stuttgarter Staatsopernchor singt, spielt und tanzt immer noch. Das ebenso hervorragende Stuttgarter Staatsorchester spielt immer noch in gleichbleibender Qualität, heute unter Andrés Orozco-Estrada.
Kein Sänger aus dieser Zeit singt heute noch mit, dafür andere, die ihre Rollen ebenso perfekt einnehmen. Die Solisten haben sich geändert, das Niveau ist gleich hoch geblieben.
La Traviata: Oper – Regisseurin Ruth Berghaus – Inszenierung -> der dreifache Klassiker.

Inhalt / Handlung: La Traviata (Kameliendame) – Oper von Giuseppe Verdi
La Traviata – der doppelte und dreifache Klassiker

La Traviata –  Oper Stuttgart
Musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada
Regie: Ruth Berghaus
Bühnenbild: Erich Wonder
Kostüme: Marie-Luise Strandt
Chor: Johannes Knecht
Dramaturgie: Antje Kaiser

Besetzung am Freitag, 14.10.2011
Violetta Valery: Bernarda Bobro
Flora Bervoix: Tina Hörhold
Annina: Sylvia Rena Ziegler
Alfredo Germont: Roman Shulackoff
Giorgio Germont: Tito You
Gastone: Daniel Kluge
Baron Douphol: Ronan Collett
Marquis d’Obigny: Kai Preußker
Doktor Grenvil: Mark Munkittrick

Fotos: Martin Sigmund | Staatsoper Stuttgart

 

 

La Traviata: