Modernes Antiquariat: Das geheime Königreich – Oper für Kinder

Bildband/Fotobuch von Elke Heidenreich; Christian Schuller; Klaus Lefebvre

Wenn ich begeistert von einer Opernaufführung erzähle, von bunten, fantasievollen Kostümen schwärme, die Effekte (knallen, sich verwandeln) beschreibe, wendet sich Interesse in mitleidiges Lächeln um, sobald ich erwähne, dass es sich um eine Aufführung der „Jungen Oper“ handelt, der Kinderoper des Stuttgarter Staatstheaters.
In dem Bildband Das geheime Königreich Oper für Kinder – von Elke Heidenreich und Christian Schuller, mit Fotos von Klaus Lefebvre – stehen genau die Argumente, die ich in solchen Fällen gern parat gehabt hätte.

20 Opern

Zwanzig Opern, die in der Kölner Kinderoper in der Yakult-Halle aufgeführt wurden, werden in diesem aufwändigen Bildband vorgestellt. Bis auf zwei Opern sind es ursprünglich „normale“ Opern, die von Christian Schuller verkürzt wurden auf maximal 60 Minuten. Elke Heidenreich richtete den Text neu ein in einer Sprache, die die Kinder verstehen und sich dem Takt der Musik anpasst. Jede Operninszenierung wird mit zahlreichen Fotos von Klaus Lefebvre illustriert. Schon die Kostüme sind Kunstwerke für sich. Es erscheint zwar damit nur die halbe Oper, denn es fehlen Musik und Bewegung, aber die Fantasie arbeitet auf Hochtouren.

Szenefotos

Die bösen Stiefschwestern – im „Aschenputtel“ von Ermanno Wolf-Ferrari – mit ihren spitzen Nasen, den karierten Kleidern und ebensolchen Handtäschchen, grünen Strümpfen, passenden Schuhen und hochtoupierten Frisuren nerven nicht nur Kinder mit ihrer Arroganz.
Ein riesiger Wecker auf zwei Beinen, den Arm mit einem Zeiger verlängert, begegnet dem ungezogenen Kind in „L’Enfant et les Sortilèges“ von Maurice Ravel. Eine überdimensionale, hell erleuchtete Tasse mit Untertasse sitzt da, wo bei anderen Leuten Brust und Kopf mit Hut zu finden ist – ebenfalls merkwürdig.
Zum Repertoire gehört sogar eine Opera Buffa mit dem typischen Inhalt. Alter Mann möchte junge Frau heiraten, die wiederum einen viel besser zu ihr passenden jungen, wenn auch armen Mann liebt. Dieser Liebhaber versucht mit List und Pfiffigkeit, die Heirat zu verhindern. Diese Oper „Scanarell“ von Wilhelm Grosz wurde nach Entenhausen versetzt. Onkel Dagobert sieht mit seinem typisch breiten, sanft gebogenem Entenschnabel genau so aus wie im Comic – vom Kopffederbüschel unterm Zylinder bis zu den Gamaschen. Die junge Frau stellt Daisy dar, ihr geheimer Liebhaber Donald Duck. Auch die Panzerknackerbande und Daniel Düsentrieb kommen darin vor.

Fazit:

Zwanzig Operninszenierungen für Kinder, zwanzig Fantasiegebilde, zwanzig Gelegenheiten zum Weiterträumen – auch für Erwachsene. Schon von den Fotos und vom Text her ein Erlebnis.
…wenn Köln nur nicht so weit weg wäre.
P.S.
Aber mir bleibt ja die „Junge Oper“ in Stuttgart

Das geheime Königreich. Oper für Kinder von Elke Heidenreich; Christian Schuller; Klaus Lefebvre, 208 Seiten, Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag (27. Juli 2007), ISBN-10: 3462039598


 

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Kinderoper:

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