
Mitte Mai kommt in unseren Breiten ein Kälteeinbruch, bekannt unter dem Namen “Eisheiligen”. Aber ist die Nachtfrostgefahr damit vorüber? Ein Holunderstrauch in der Umgebung gilt als zuverlässige Wettervorhersage.
Die Triebe des Holunders sind vollkommen ausgebildet. Im Umkreis von 10 bis 20 Metern ist kein Frost mehr zu erwarten.
Gärtner und Landwirte können sich auf die Eisheiligen verlassen, siehe >>Eisheilige bringen Kälteeinbruch und Nachtfrost . Laut einer alten Bauernregel vergessen sie – und auch die „Kalte Sophie“ – nur äußerst selten ihren Termin. Manchmal kommen sie später. Bis Ende Mai ist noch mit ihnen zu rechnen. Die Schafskälte Anfang Juni lässt nicht nur frisch geschorene Schafe frieren. Sie rafft manchmal ganze Tomatenpflanzen – mit schon ausgeprägten Fruchttrauben – dahin.
Dieser Holunder treibt zwar schon, ist aber noch nicht voll ausgebildet.
Es kann durchaus sein, dass das Thermometer nicht unter Null geht. Wärme liebende Pflanzen sollten noch nicht ins Freie gepflanzt oder dort geschützt werden.
Als sicherer Frostanzeiger oder Entwarner gilt der Holunder. Früher war er überall anzutreffen, obwohl ihn niemand gepflanzt hat. Lange war sein Lieblingsplatz am Toilettenhäuschen – dem mit dem Herzen in der Tür. Wächst der Holunder an einer besonders geschützten Stelle, misst der Umkreis für die Wetterregel lediglich 10 bis 20 Meter, während er auf einem freien Feld weitaus größer besessen wird. Sobald der Holunder lange Triebe bekommt, ist die Nachtfrostgefahr vorbei. Dabei ist es vollkommen egal, ob er schon Knospen ausgebildet hat oder sogar schon blüht. Meistens treiben die Stiele Mitte Mai, seltener im April und ebenso selten Ende Mai oder gar Juni.
Im unteren Bild blüht der Holunder zwar schon, aber er hat noch keine Stängel getrieben.
Hier ist die Kälte-Gefahr noch nicht vorüber – egal, welches Datum der Kalender anzeigt.
Wohl den Gärtnern, die ihre Gurken und Geranien noch nicht ausgesetzt haben.
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