☛ Trickfilm-Tipp: Khumba – das etwas andere Zebra

Tiere in der afrikanischen Savanne sind die Helden in dem Animationsfilm über einen Außenseiter, der mit einem scheinbaren Handicap gefährliche Abenteuer überwindet und am Ende als tapferer Sieger hervorgeht.
Cover Trickfilm Khumba - ©Triggerfish Animation Khumba sieht von vorn aus wie ein ganz normales Zebra. Er hat schwarze Streifen, individuell wie die anderen Zebras auch. Am Hinterteil ist Khumba vollkommen streifenfrei. Wegen dieser blanken Rückseite wird er von den anderen geneckt und von manchen Zebras gemieden. Sie behaupten sogar, dass Khumba für die Trockenheit zuständig ist, denn ein Zebra ohne Streifen bringt Unglück. Nur eine Freundin tollt gern mit ihm herum. Sein Vater, der Herdenanführer, und seine Mutter kümmern sich liebevoll um ihn. Bevor sie stirbt, erzählt ihm seine Mutter, dass vor langer Zeit kein Zebra dunkle Streifen hatte. Erst nachdem sie durch das Magische Wasser geschwommen waren, wuchsen ihnen Streifen. Khumba macht sich ganz allein auf den Weg, um das Magische Wasser zu finden.
Auf dem Weg begegnen ihm Freunde und Feinde; und manche Feinde werden zu Freunden. Springböcke helfen ihm weiter. Sie bilden eine Phalanx, rammen den Zaun ein, und Khumba kann weiterziehen. Ihn belauern verschlagene Hyänen, die als Aasfresser – selbst für einen Leoparden – zu weit unten in der Hierarchie der Beutetiere stehen, um gejagt zu werden. Vom Erdmännchen über Gürteltier bis hin zum Geier werden die Tiere mit ihren charakteristischen Merkmalen lebendig. Lustig wird es, wenn die Springböcke ihre Namen verwechseln, weil sie sich so ähnlich sehen. Ein gutmütiges Gnu und ein eitler Strauß, an dem ein Künstler verloren gegangen ist, begleiten ihn. Der Strauß sucht bei jeder Gelegenheit ein Podium für einen Auftritt. Köstlich ist seine Balletteinlage auf Zehenspitzen „Der sterbende Schwan“ mit Musik aus dem Schwanensee von Tschaikowski. Schon dafür lohnt sich für Ballettfreunde dieser Film.

Dieser Film stammt von dem Südafrikaner Anthony Silverstone. Nach eigenen Angaben enthält er einen Teil seiner Biografie, denn genau wie Khumba fühlte er sich lange als Außenseiter. Dabei zeigt er, dass alle, die es zu etwas Herausragendem gebracht haben, ein Quäntchen untypisch sind. Das unterscheidet sie von anderen. Ein scheinbares Handicap, wie in Andersens Märchen vom häßlichen Entlein, das zum schönen Schwan heranwächst. Selbst der tapferste und grausamste Leopard wurde früher gemobbt. Er kam mit einem blinden Auge zur Welt. Dafür trainiert er seinen Geruchssinn, der schließlich so ausgeprägt ist, dass er zum besten Jäger heranwächst.
So wie in → ☛ Das magische Haus die Haustiere und Haushaltsgegenstände lebendig werden, spielt sich hier alles in der afrikanischen freien Natur ab – dem Umfeld der südafrikanischen Kinder. Hervorragend wird die Savanne dargestellt. Rote Sonnenuntergänge, Felsen, Abgründe, Safaris, austrocknende Wasserlöcher. Besonders lebendig in diesem 3-D-Film wirken die Bewegungen der einzelnen Tiere, wie die Eleganz und Verspieltheit der Zebras. Oder der sich aufplusternde Strauß, der verblüffend an einen Pfau erinnert. Zum Nachdenken regen die Seitenhiebe auf Reservate und Safaris an, die künstlich angelegten Savannen, um Motive für die Fotografen oder Jäger zu schaffen.

Khumba
Südafrika 2013 | 83 Minuten
Regie: Anthony Silverstone
Foto ©Triggerfish Animation

 

 

Internationales Trickfilmfestival Stuttgart